Aufgaben und Dienstleistungen
Die ÖFK übernimmt vielfältige Aufgaben, die für die Transparenz und Qualität der österreichischen Fleischbranche maßgeblich sind. Unser tägliches Handeln basiert auf drei klaren Prinzipien:
Innovative Ideen: Wir blicken nach vorne und bringen uns mit zukunftsweisenden Ansätzen aktiv in Branchenprojekte ein.
Fundierte Daten: Wir bündeln und liefern exakte, objektive Daten für LandwirtInnen sowie EntscheidungsträgerInnen in der Branche.
Kompetente Umsetzung: Wir streben nach höchstmöglicher Präzision und Verlässlichkeit bei all unseren Kernaufgaben und Tätigkeiten.
Gemeinsam sichern wir so die Qualität und das Vertrauen in österreichische Lebensmittel.

Qualitätsmanagement
Unser zentrales Qualitätsmanagement sichert die einheitliche Umsetzung der Klassifizierung an allen Standorten. Durch dieses aktiv gelebte System schaffen wir Vergleichbarkeit und Vertrauen in der gesamten Branche.
Die ÖFK ist gemeinsam mit allen Landesklassifizierungsdiensten seit 21. Juli 2006 im Zuge einer sogenannten Multistandortakkreditierung als Inspektionsstelle nach DIN EN ISO/IEC 17020 zugelassen. Die Umsetzung eines einheitlichen Qualitätsmanagementsystems bringt zusätzlich zu den gesetzlichen Rechten und Pflichten eine Vereinheitlichung der Arbeitsabläufe, der Qualifikation der MitarbeiterInnen sowie der eingesetzten Messgeräte.
Im Rahmen eines gelebten Qualitätsmanagements werden eine große Menge an Überwachungsmaßnahmen durchgeführt.
Zusätzlich zu internen Audits und Überkontrollen erfolgen externe Audits durch die Akkreditierungsstelle und die Agrarmarkt Austria als zuständige Behörde. Weiters wird die privatrechtlich beauftragte Prüfung und Kennzeichnung verschiedener Programme von dafür zugelassenen, externen Kontrollstellen regelmäßig überprüft.
Die Aus- und Weiterbildung der Klassifizierungsorgane ist ein zentraler Bereich im Qualitätsmanagement der ÖFK. Jedes Klassifizierungsorgan absolviert vor seinem/ihrem Einsatz als Inspektionsorgan einen Klassifizierungskurs für die jeweilige Tierart mit anschließender Prüfung bei der zuständigen Behörde, der Agrarmarkt Austria. Klassifizierungsorgane genießen während ihrer Ausbildung zusätzlich umfangreiche Einschulungen in die praktische Klassifizierungstätigkeit und darüber hinaus in den Bereichen Qualitätsmanagement und gute Hygienepraxis durch die ÖFK und die zuständigen Landesklassifizierungsdienste. Jedes Klassifizierungsorgan wird nach erfolgreicher Absolvierung der Einschulungsphase und der geforderten Praxistage von einem Überkontrollorgan für den Einsatz freigegeben. Um die österreichweit einheitliche Klassifizierung sicherzustellen, haben alle Klassifizierungsorgane regelmäßig an Vergleichsklassifizierungen teilzunehmen.
Projekte und Kooperationen
In einer dynamischen und sich ständig verändernden Wirtschaftswelt sind starke Partnerschaften heute wichtiger denn je um nachhaltig erfolgreich zu sein. Deshalb führt die ÖFK zahlreiche Projekte entweder eigenständig oder in enger Zusammenarbeit mit branchennahen Partnerorganisationen durch.
Mit unserer fachlichen Expertise und unserem fundierten Know-how im zentralen Datenmanagement leisten wir einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung folgender Projekte und Kooperationen:
Als Teil einer Kooperationsgemeinschaft setzen wir mit zahlreichen Partnerorganisationen aus der Land- und Fleischwirtschaft im Rahmen des Projektes „Schaf-Ziege-Fleisch-Milch 4.0“ gezielte Aktivitäten um die gemeinsame Weiterentwicklung und Unterstützung der Schaf- und Ziegenhaltung, der Klassifizierungsdienste im Fleischbereich und der Milchbranche im gesamten Bundesgebiet zu gewährleisten.
Unser Tun ist dabei geleitet von folgenden Projektzielen: die Zusammenarbeit aller AkteurInnen in der Branche zu professionalisieren, Innovationen auf Basis des gemeinsamen Wissens zu schaffen, bestehende Strukturen zu erhalten, darauf aufbauend eine Weiterentwicklung zu ermöglichen, gleichzeitig neue Strukturen zu etablieren, die Branche als wachsenden Bereich zu fördern, unterschiedlichen Produktionsbedürfnissen der Betriebe gerecht zu werden, eine Festigung der Marktpositionierung zu erreichen, einen starken nationalen sowie internationalen Auftritt der Branche zu gewährleisten, gemeinsame Interessen wirksam nach außen hin zu vertreten, qualitativ hochwertige Öffentlichkeitsarbeit zu leisten sowie ein Netz an Anlaufstellen mit rascher Informationsweitergabe zu schaffen.
Das Projekt soll dazu beitragen, die Zusammenarbeit und Vernetzung der Partnerorganisationen zu festigen und auszubauen. Damit soll die Schaf- und Ziegenhaltung, die Klassifizierungsdienste im Fleischbereich sowie die Milchbranche unterstützt und weiterentwickelt werden.
Die Dachorganisation der zuvor angesprochenen Klassifizierungsdienste im Fleischbereich bildet die ÖFK Österreichische Fleischkontrolle GmbH. Die ÖFK ist eine national tätige Inspektionsstelle für die gesetzlich vorgeschriebene Schlachtkörperklassifizierung mit all den damit verbundenen Serviceleistungen, die dezentral in den Bundesländern agiert. Die ÖFK ist somit nicht nur eine unabhängige Servicestelle, sondern auch eine zentrale Schnittstelle zwischen landwirtschaftlichen Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsbetrieben.
Projekt-Lead: ÖBSZ-Österreichischer Bundesverband für Schafe und Ziegen
Projektlaufzeit: 2023 bis 2026
Förderprojekt: LE-77-02-BML-2023-9794
Bei der Schlachttier- und Fleischuntersuchung werden auf den Schlachtbetrieben durch amtliche Untersuchungsorgane Daten zur Gesundheit, Unversehrtheit und Tierschutz erhoben. Unterstützend dafür werden Proben gezogen. Im Sinne der effizienten Nutzung von Systemen werden diese Daten auf den Systemen der ÖFK erfasst und an das VIS (Verbrauchergesundheitsinformationssystem) übermittelt. Die ÖFK hat dafür im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz die Erfassungssoftware koordiniert und betreut die beteiligten Behörden, Schlachtbetriebe und Erfassungsorgane.
Projektpartner: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Projektlaufzeit: seit 2008
Im Jahr 2024 wurde gemeinsam mit der SLA Software Logistic Artland GmbH das Unternehmen Foodfair gegründet. Die ÖFK Österreichische Fleischkontrolle GmbH bringt dabei jahrzehntelange Erfahrung in Klassifizierung, Rückverfolgbarkeit und Auslobung von Qualitätsprogrammen ein. SLA Software Logistik Artland GmbH entwickelt seit über 25 Jahren smarte Digitalisierungslösungen für die Fleischwirtschaft – immer mit Blick auf Effizienz, Datenqualität und Prozessintegration.
Uns verbindet die Idee, dass Verantwortung, Effizienz und Tierwohl keine Widersprüche sind, sondern gemeinsam gedacht werden müssen.
FOODFAIR arbeitet an KI-Systemen, die Prozesse messbar verbessern, sich verlässlich integrieren lassen und dabei den Alltag in den Betrieben genauso berücksichtigen wie ethische Anforderungen und wirtschaftliche Zielsetzungen.
Projektpartner: SLA Software Logistics Artland GmbH
Projektdauer: seit 2024
In vielen Betrieben erfolgt die Tieridentifikation per Sichtkontrolle: Ohrmarkennummern müssen abgelesen und manuell in Systeme eingegeben werden – unter Zeitdruck und bei hoher Taktzahl. Fehler sind vorprogrammiert.
Mit der RFID-Ohrmarkenerkennung von FOODFAIR wird die Tieridentifikation automatisiert – kontaktlos und ohne Sichtverbindung. Die Erfassung erfolgt direkt beim Passieren eines Antennenfeldes z.B. bei der Anlieferung oder an der Betäubungsbox.
Die ÖFK Österreichische Fleischkontrolle GmbH hat Leseplatten entwickelt, die ein automatisiertes Auslesen der Ohrmarken beim Verbringen der Tiere ermöglicht.
Projektlaufzeit: seit 2024
Tiertransporte in Österreich unterliegen der EU-Vorschrift zum Schutz von Tieren beim Transport (VO (EG) 1/2005) sowie nationalen Vorschriften. Als Transportdokumente dienen aktuell in der Regel händisch befüllte Papiervorlagen (z.B. bos-Viehverkehrsscheine) oder vorab elektronisch befüllte und dann ausgedruckte Dokumente (z.B. elektronischer Viehverkehrsschein aus der Rinderdatenbank). Das manuelle Befüllen von Papierdokumenten und die darauffolgende manuelle Übertragung von Daten (z.B. am Schlachtbetrieb, bei Versteigerungen, etc.) erhöhen die Gefahr von Fehlern (z.B. Ziffernstürze durch hohen Zeitdruck) und verursachen einen hohen Verwaltungsaufwand (z.B. Mehrfacherfassung von Daten, korrekte Archivierung als Kennzeichnungsnachweis). Das flächendeckende Verteilen der Dokumente nach Aktualisierungen (z.B. aufgrund von Gesetzesänderungen) ist zusätzlich aufwändig und langwierig.
Die Projektpartnerorganisationen aus verschiedenen Sparten der Land- und Fleischwirtschaft wollen gemeinsam die Möglichkeiten für die Umsetzung einer österreichweit einheitlichen und anerkannten digitalen Tierbewegungsdokumentation für die wirtschaftlich relevantesten Tierarten zusammentragen und analysieren. Letztlich soll vom Projektteam die generelle Machbarkeit inkl. dem damit in Zusammenhang stehenden technischen und finanziellen Ressourcenaufwand abgeschätzt werden und jene Unternehmen und Organisationen, die Interesse an einer weiterführenden Mitarbeit/Entwicklung interessiert sind, ausfindig gemacht werden.
Projektpartner: Rinderzucht Österreich, Landwirtschaftskammer Österreich
Projektdauer: 01.01. – 31.12.2026
Förderprojekt: LE-77-02-BML-2025-46898

Projekt: FOODFAIR

Projekt: RFID-Ohrmarkenerkennung

Datenmanagement
Wir stellen Daten maßgeschneidert und unter Einhaltung sämtlicher Anforderungen betreffend Datenschutz für LandwirtInnen, Schlachtbetriebe und andere Berechtigte zur Verfügung. Für umfassendere Marktübersichten oder zum Benchmarking nutzen wir die Möglichkeit, anonymisierte Daten auszuwerten.
LandwirtInnen haben die Möglichkeit die Daten ihrer Tiere über den „Landwirte-Login“ in die ÖFK-Datenbank einzusehen. Dieser ist kostenlos und wird aktiv, sobald mindestens eine Lieferung an einen, von einem Klassifizierungsdienst betreuten, Schlachthof erfasst wurde.
Daten können auch auf elektronischem Wege über eine Schnittstelle abgefragt werden. Dabei muss ein definiertes Anfrageprotokoll an die ÖFK-Datenbank gesendet werden, woraufhin die verfügbaren Daten retourniert werden.
Da diese Lösung mit hohem technischem Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden ist, wird sie primär von Erzeugergemeinschaften und Vermarktungsorganisationen genutzt. Diese stellen die Daten wiederum ihren Mitgliedern und Partnerorganisationen zur Verfügung.
Die Kosten für diesen Service richten sich nach der Anzahl der übermittelten Einzeltierdaten.
Eine weitere Möglichkeit Daten zu erhalten, besteht in der Anforderung von Auswertungen als PDF-Datei.
Dabei kann die größte Bandbreite an Darstellungsmöglichkeiten gewählt werden. Jeder Bericht wird individuell gestaltet und an die spezifischen Anforderungen der Kunden angepasst.
Die Kosten richten sich hierbei nach dem Aufwand zur Erstellung und der Übermittlungshäufigkeit des jeweiligen Berichts.
