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Was bringen die Schlachtdaten dem Landwirt ?

Was bringen die Schlachtdaten dem Landwirt

Die unabhängigen Klassifizierungs- und Beschaudaten am Schlachthof sind die Basis für die Abrechnung der Schlachttiere. Diese Daten enthalten jedoch wertvolle Zusatzinformationen zur Optimierung der Betriebsführung.

In Oberösterreich wird derzeit auf 37 Schlachtbetrieben (32 Schweine-, 17 Rinder-, 5 Schafbetriebe) die Qualitätssicherung und Klassifizierung der Schlachtkörper durch unabhängige Kontrollorgane des LfL durchgeführt. Im Jahr 2015 wurden rund 1.960.000 Schweine, 212.000 Rinder und knapp 3.000 Schafe klassifiziert.

Bei Schweinen ist dies ein Anteil von 97 %, bei Rindern von 96% aller geschlachteten Tiere.

Jeder Landwirt kann noch am selben Tag die Schlachtdaten seiner Tiere online unter www.oefk.at mit Einstieg seiner Betriebsnummer und AMA Pincode abrufen. Es können die Daten jeder Partie bzw. jedes Einzeltieres in Form eines Klassifizierungsprotokolls im PDF-Format, in der Detailansicht oder in einer Excelauswertung angesehen werden. Seit dem Jahr 2015 sind am Klassifizierungsprotokoll auch die Daten der Beschau (Schlachtkörper- und Organbefunde) mit den Klassifizierungsdaten abgebildet.

Klassifizierungsdaten

Die entscheidenden Klassifizierungsdaten für den Landwirt sind die Handelsklasse und das Schlachtgewicht (Totgewicht) am Schlachtband. Bei Rindern gibt es fünf Fleisch- (E, U, R, O, P) und fünf Fettklassen (1, 2, 3, 4, 5). Bei Schweinen gibt es sechs Handelsklassen (S, E, U, R, O, P).

Tipp: Es wird jedem Landwirt empfohlen, die Klassifizierungsdaten aus der Datenbank mit der jeweiligen Schlachtabrechnung zu vergleichen, dabei darf es keine Unterschiede geben.

In der Regel verwenden alle namhaften Erzeugergemeinschaften, Händler und Schlachtbetriebe diese Daten in unveränderter Form. Eine rechtzeitige Ansicht der Ergebnisse kann auch zur Veranlassung von Überkontrollen bei Reklamationen verwendet werden.

Am Klassifizierungsprotokoll werden auch weitere wichtige Zusatzinformationen angeführt:

  • Identifizierung des Einzeltieres (Ohrmarkennummer bei Rindern, laufende Schlachtnummer)
  • Geburtsdatum, Alter und Rasse bei Rindern - Herkunft bei Rindern und Schweinen
  • Fleisch- und Speckmaß bei Schlachtbetrieben mit Verwendung eines Klassifizierungsgerätes
  • pH-Wert v.a. bei größeren Schweinebetrieben
  • Qualitätsprogramme bei Rindern und Schweinen
  • Uhrzeit der Verwiegung bei Rindern und Schweinen
  • Dokumentation der ordnungsgemäßen Zurichtung (Z01 heißt Zurichtung in Ordnung)
  • Lebendgewicht und Ausbeute in % v.a. bei einigen Rinderbetrieben - Wichtig: Lebendgewicht dient nur zur Information und ist kein amtlich festgestelltes Gewicht, das für die Verrechnung zulässig ist

Beschau- und Befunddaten (SFU-Daten)

Die Ergebnisse der Fleischbeschau werden ebenfalls am Klassifizierungsprotokoll angedruckt. Bei jedem Tier ist die „Tauglichkeit“ dokumentiert, das heißt der Schlachtkörper ist für die Weiterverarbeitung gesundheitlich unbedenklich. Bei Beanstandungen der Schlachtkörper und Organe werden diese am Ende des Klassifizierungsprotokolls zusätzlich angeführt. Bei Rindern und Schweinen werden durch den Klassifizierer auch sonstige Bemerkungen wie z.B. Tätowierung unlesbar oder Beeinträchtigungen am Schlachtkörper wie z.B. Striemen, Kratzspuren bei Schweinen dokumentiert.

Schlachtdaten unterstützen Herdenmanagement

Sämtliche oben genannte Informationen sind wichtige Daten und Rückschlüsse für das Herdenmanagement des Schlachtviehvermarkters.

  • Handelsklassen bei Rindern und Schweinen geben in Verbindung mit dem Alter und Schlachtgewicht wichtige Rückschlüsse auf die richtige Fütterungsintensität und Rationszusammenstellung
  • pH-Wert und Bemerkungen wie Striemen und Kratzspuren geben Informationen über die Abwicklung des Tiertransportes und des Tierschutzes am Schlachthof vor der Schlachtung
  • Gewichtsangaben (Durchschnittsgewichte der Partien, Einzeltiergewichte) geben Orientierung über den richtigen Verkaufszeitpunkt – ist vor allem zur Erzielung des optimalen Erlöses sehr wichtig (viele Qualitätsmarkenprogramme haben Gewichtsobergrenzen)
  • Uhrzeit der Verwiegung zeigt die Dauer zwischen Verladung am Hof und tatsächlicher Schlachtung am Schlachthof an
  • Zurichtung muss Code Z01 haben (Zurichtung in Ordnung): Verstöße der Zurichtung zeigen unerlaubte Abschnitte am Schlachtkörper durch den Schlachtbetrieb vor dem Zeitpunkt der Verwiegung an – Besitzer kann/soll beim Schlachtbetrieb bzw. Vermarkter reklamieren
  • Beanstandungen der Veterinäre am Schlachtkörper (Abschnitte, Konfiskate) geben Rückschlüsse über Verletzungen und Krankheiten
  • Beanstandungen bei Organen (vor allem Lunge, Leber, Herz) geben Rückschlüsse über Haltungsbedingungen und Stallklima – bessere Organbefunde sind ein Anzeiger für gutes Tierwohl und verbessern automatisch auch die Wirtschaftlichkeit und die Wertschöpfung beim Schlachtviehverkauf

Weitere Informationen zur Klassifizierung erhalten Sie auch auf der Homepage der österreichweiten Dachorganisation Österreichische Fleischkontrolle GmbH (www.oefk.at).

 

Autor: DI Markus Koblmüller | 20.07.2016

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